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Unterbringung und Ziel der Pflege

Ziel jeder Pflege muss es sein, den Igel wieder in die Natur entlassen zu können.

Igel müssen unbedingt einzeln gehalten werden!

 

Die Igelkiste zur langfristigen Unterbringung sollte mindestens eine Grundfläche von 1 x 1 m aufweisen und ca. 50-60 cm hoch sein, um einen "Ausbruch" zu verhindern.

Die Kiste sollte mit Zeitungspapier ausgelegt werden, welches morgens täglich ausgewechselt werden muss.

Ein Karton (ca. 30x25 cm Grundfläche) mit ausgeschnittenem Schlupfloch (ca. 10x10 cm) dient als Schlafhäuschen und wird noch zusätzlich mit Toiletten, Küchen- und/oder zerrissenem Zeitungspapier ausgepolstert. Dieses Papier sollte auf alle Fälle immer ausgewechselt werden, wenn es feucht oder verschmutzt ist.

Je ein Schüsselchen für Futter und Wasser - niemals Milch - fertig ist das Igelheim.

Igel sind nachtaktiv: sie fressen und verdauen in der Nacht. Deswegen sollte die Igelkiste bei Zimmertemperatur, in einem Raum mit Tageslicht, aufgestellt werden, der tagsüber - wenn der Igel schläft - ruhig ist und wenig genutzt wird.

Es ist nicht zu empfehlen, Igel frei in der Wohnung herum laufen zu lassen, da sie sich gerne in dunkle Ecken verkriechen. Es kann nämlich passieren, dass sie sich beispielsweise hinter einem Schrank mit ihren Stacheln verkeilen und nicht mehr ohne Hilfe hervor kommen können.

 Das ist täglich zu tun

 Unterbringung / Ernährung kurz

 Pro Igel e.V.

Ernährung des Igels in menschlicher Obhut

Igel sind  I N S E K T E N F R E S S E R  und können pflanzliche Nahrung nicht verwerten! Das Verdauungssystem, sowie der Kauapparat des Igels sind dafür nicht ausgelegt. Igel können nur TIERISCHES EIWEISS verwerten.

    • Pflanzliches Eiweiß wird zum großen Teil unverdaut wieder ausgeschieden und hat für den Igel keinerlei Nährwert. Im Gegenteil: Die Gabe von pflanzlichem Eiweiß kann beim Igel Pilzerkrankungen hervorrufen!

In Gefangenschaft soll man Igel keinesfalls mit Schnecken, Regenwürmern etc. ernähren, da diese Überträger von Innenparasiten sind!

 

Bei Appetitlosigkeit bzw. Nahrungsverweigerung ist unverzüglich der Tierarzt oder eine Igelstation zu benachrichtigen!

Auf keinen Fall darf der Igel Milch trinken. Durch die enthaltene Laktose bekommt der Igel Durchfall und trocknet aus. (Milch bewirkt wegen ihres Milchzuckers Durchfall, und in der Folge Darmentzündungen und Infektionen, die für den Igel tödlich enden können.)

Futter

Igel bitte nicht mit getrocknetem oder frischem Obst (wie z.B. Rosinen), Gemüse, Nüssen, Sonnenblumenkernen, Pilzen oder Getreide (wie z.B. Haferflocken) füttern! Igel können Vitamin C selbst im Körper herstellen; es muss nicht zugeführt werden.

Sowohl Katzennass- und Katzentrockenfutter, sowie Igeltrockenfutter, sollten einen möglichst hohen Anteil an tierischem Protein enthalten.

Wichtig: Ein Schälchen mit Wasser muss immer bereitstehen!

Trinken

Keinesfalls Milch

 

Wasser

 

Fencheltee

Futterempfehlungen / Igelgrundernährung

1. Katzennassfutter:

Je nach Alter und Gesundheitszustand, für Katzenkinder, Kitten oder erwachsene Katzen in der Sorte Huhn, ohne Soße oder Gelee. Möglichst Zucker- und Getreidefrei und ohne Gemüse.

2. Katzentrockenfutter:

"First Age Mother & Babycat" von Royal Canin® (Hoher Fett- und Proteingehalt) Von der Zusammensetzung für Igel am besten verwertbar und in den meisten Zooabteilungen erhältlich. Auch wichtig zur Vermeidung von Zahnstein)

 

3. Igeltrockenfutter:

N I C H T   geeignet als Alleinfuttermittel! Es kann aber dem Katzentrockenfutter oder dem Katzennassfutter, zur Anreicherung mit Ballaststoffen, beigemischt werden. Dafür sollte ein möglichst hochwertiges Igeltrockenfutter gewählt werden, welches wenig Getreide, Nüsse oder Obst enthält, dafür jedoch einen hohen Proteingehalt aufweist (z.B. Vitakraft® Premium Menu oder Claus Spezial Igelfutter)

Fütterungshinweise

Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich, am Abend. Für Kranke oder geschwächte Igel kann und sollte man jedoch auch tagsüber Futter bereitstellen.

Igelnahrung muss fettreich und reich an tierischem Eiweiß sein und außerdem unbedingt Ballaststoffe enthalten. Diese mischt man in Form von Igeltrockenfutter unter Dosenfutter, Fleisch oder Rührei. Zusätzlich einige Tropfen gutes Speiseöl und 1 Tropfen "Vitamin B Komplex".

Wichtig ist auch, dass die Igel abwechslungsreich ernährt werden. Es sollte also auf keinen Fall jedenTag immer das gleiche - ach so praktische Dosenfutter verabreicht werden. Alternativen sind angebratenes Hackfleisch, gekochtes kleingeschnittenes Geflügelfleisch oder durchgedrehtes Geflügelfleisch oder Rühreier. Auch enthäutete, abgekochte Hühnerflügel mit den Knochen oder Hühnerhälse zum Abnagen, sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan.

Futter und Wasser sollten immer Zimmertemperatur haben! 

 

Die Futterschälchen müssen täglich mit heißem Wasser gereinigt werden.

 

Niemals Futter direkt vom Herd oder aus dem Kühlschrank geben!

 

Igeln niemals Milch, Essensreste, gewürzte Speisen oder Süßigkeiten geben!

Die ausschließliche Ernährung mit weicher Nahrung fördert beim Igel die Bildung von Zahnstein. Daher zusätzlich unbedingt auch Katzentrockenfutter anbieten!

Nahrungsmenge

Die erforderliche Nahrungsmenge ist von Igel zu Igel verschieden. Sie hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand ab. Ein mittelgroßer Igel frisst etwa 150g täglich. Das entspricht in etwa der Menge, eines gefüllten Joghurtbechers. 

Extremer Stachelausfall nach dem Verzehr getrockneter Mehlwürmer

Die neuerdings vom Handel als Vogelfutter angebotenen getrockneten Mehlwürmer, dürfen nur als Leckerli an die Igel verfüttert werden! (ca. 10 Stück am Tag!)

Bei größeren Mengen tritt in Folge der Mangelernährung nach einigen Wochen ein sehr starker Stachelausfall, bis zur totalen Nacktheit auf. Bei der Verdauung der Mehlwürmer entstehen durch den Chitinpanzer größere Mengen Blausäure, die extreme gesundheitliche Schäden bis Todesfälle bei den Igeln verursachen können.

Mehlwürmer in größeren Mengen werden lediglich von Vögeln vertragen.

Die zusätzliche Fütterung von frischen Mehlwürmern in geringen Mengen, wird vor allem bei Jungigeln vor der Auswilderung empfohlen, damit sich die Igel an Lebendfutter gewöhnen, bevor Sie in die Freiheit entlassen werden.

(Quelle u.a.: https://www.pro-igel.de/downloads/igel-bulletin/bulletin58.pdf)

Achtung! Keine ganzen oder halben Ednüsse für Igel!

Bei der Gabe von ganzen oder halben Erdnüssen, besteht die Gefahr, dass sich diese im Gaumen des Igels verklemmen. Dann kann der Igel keine Nahrung mehr zu sich nehmen, oder ihm droht im schlimmsten Fall Erstickungsgefahr!

Halbe Erdnüsse sind oft in Vogelfutter enthalten. Da Igel so ziemlich alles fressen, wenn sie Hunger haben, ist auch heruntergefallenes Vogelfutter mit halben Erdnüssen eine Gefahr für Igel!

Kleine Ernährungskunde

Die Hauptnahrung der Igel besteht aus diversen Insekten. Ergänzend kommen Laufkäfer, Regenwürmer und die Larven von Nachtschmetterlingen hinzu. Während Ohrwürmer eine besondere Delikatesse zu sein scheinen, werden Asseln offensichtlich verschmäht. Zusätzlich fressen Igel kleine bis mittelgroße Nacktschnecken, Tausendfüßler und falls erreichbar, auch bodenbewohnende Spinnen und junge Mäuse oder Babymäuse.

Die Aufnahme pflanzlicher Nahrung stellt die absolute Ausnahme dar und erfolgt eher zufällig. Entdeckt man einen Igel unter einem Obstbaum, sucht er dort nicht nach Obst, sondern nach den im Fallobst versteckten Insekten und Larven!

Igel sind Insektenfresser und deshalb als Schädlingsvertilger im Garten gerne gesehen. Doch in Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken, Regenwürmern etc. ernähren, weil diese Überträger von Innenparasiten sind!

Broschüren und Infos

 Pro Igel e.V.

 Pro Igel e.V.