Spenden mit PayPal    Jede Spende hilft!

Unterbringung und Ziel der Pflege

Ziel jeder Pflege muss es sein, den Igel wieder in die Natur entlassen zu können. Igel müssen unbedingt einzeln gehalten werden! Die Igelkiste sollte mindestens eine Grundfläche von 1m x 2m aufweisen und ca. 50 cm hoch sein, um einen "Ausbruch" zu verhindern.

Die Kiste sollte mit Zeitungspapier ausgelegt werden, welches morgens täglich ausgewechselt werden muss. Ein Karton (ca. 30cm x 30cm) mit ausgeschnittenem Schlupfloch dient als Schlafhäuschen und wird noch zusätzlich mit Toiletten - oder mit zerrissenem Zeitungspapier ausgepolstert. Dieses Papier sollte auf alle Fälle immer ausgewechselt werden, wenn es feucht oder verschmutzt ist.

Je ein Schüsselchen für Futter und Wasser ~niemals Milch~ fertig ist das Igelheim.

Igel sind nachtaktiv: sie fressen und verdauen in der Nacht. Deswegen sollte die Igelkiste bei Zimmertemperatur in einem Raum aufgestellt werden, der tagsüber - wenn der Igel schläft - ruhig ist und wenig genutzt wird.

Es ist nicht zu empfehlen, Igel frei in der Wohnung herum laufen zu lassen, da sie sich gerne in dunkle Ecken verkriechen. Es kann nämlich passieren, dass sie sich beispielsweise hinter einem Schrank mit ihren Stacheln verkeilen und nicht mehr ohne Hilfe hervor kommen können.

PDF - 1 Seite

Zwei Geschwister, schwarz und weiss

Extremer Stachelausfall nach dem Verzehr getrockneter Mehlwürmer

 Die neuerdings vom Handel als Vogelfutter angebotenen getrockneten Mehlwürmer, dürfen nur als Leckerli an die Igel verfüttert werden! (ca. 10 Stück am Tag!)

 Bei größeren Mengen tritt in Folge der Mangelernährung nach einigen Wochen ein sehr starker Stachelausfall, bis zur totalen Nacktheit auf. Bei der Verdauung der Mehlwürmer entstehen durch den Chitinpanzer größere Mengen Blausäure, die extreme gesundheitliche Schäden bis Todesfälle bei den Igeln verursachen können.

 Mehlwürmer in größeren Mengen werden lediglich von Vögeln vertragen.

Ernährung

Die Hauptnahrung der Igel besteht aus diversen Insekten. Ergänzend kommen Laufkäfer, Regenwürmer und die Larven von Nachtschmetterlingen hinzu. Während Ohrwürmer eine besondere Delikatesse zu sein scheinen, werden Asseln offensichtlich verschmäht. Zusätzlich fressen Igel kleine bis mittelgroße Nacktschnecken, Tausendfüßler und falls erreichbar, auch bodenbewohnende Spinnen und junge Mäuse oder Babymäuse. Die Aufnahme pflanzlicher Nahrung stellt die absolute Ausnahme dar und erfolgt eher zufällig. Igel sind Insektenfresser und deshalb als Schädlingsvertilger im Garten gerne gesehen. Doch in Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken, Regenwürmern etc. ernähren, weil diese Überträger von Innenparasiten sind.

PDF - 1 Seite

Film: 6 hungrige Igel

Spenden mit PayPal:

Jede Spende hilft!

Futterempfehlung

Dieses Igelfutter wird empfohlen vom Verein der Igelfreunde Stuttgart und Umgebung e.V. und vom Igelkrankenhaus Stocksberg:

PDF - 12 Seiten

PDF - 1 Seite

Wichtig

Ballaststoffe sind zur guten Verdauung unerlässlich. Sie sind dem Hauptfutter beizumischen.
  • + Weizenkleie
  • + Futterhaferflocken oder käufliches Igeltrockenfutter
  • + ungesalzene zerhackte Erdnüsse
Trinken
  •  + Wasser
  •  + Fencheltee  

                      

Auf keinen Fall darf der Igel Milch trinken. Durch die enthaltene Laktose bekommt der Igel Durchfall und trocknet aus. (Milch bewirkt wegen ihres Milchzuckers Durchfall, in der Folge Darmentzündungen und Infektionen, die für den Igel tödlich enden können.)

Die erforderliche Nahrungsmenge ist von Igel zu Igel verschieden. Sie hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand ab. Ein mittelgroßer Igel frisst etwa 150g. Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich abends. Kranke oder geschwächte Igel kann man auch tagsüber füttern.

Anmerkung

Bei Appetitlosigkeit bzw. Nahrungsverweigerung ist unverzüglich der Tierarzt oder eine Igelstation zu benachrichtigen. Wichtig ist auch, dass die Igel abwechslungsreich ernährt werden. Es sollte also auf keinen Fall jedenTag immer das gleiche - ach so praktische Dosenfutter verabreicht werden. Alternativen sind angebratenes Hackfleisch, gekochtes kleingeschnittenes Geflügelfleisch oder durchgedrehtes Geflügelfleisch oder Rühreier. Igelfutter muss eiweiß- und fettreich sein und außerdem unbedingt Ballaststoffe enthalten. Diese mischt man in Form von Futterhaferflocken oder in Zoohandlungen erhältlichem Igeltrockenfutter unter Dosenfutter, Fleisch oder Rührei. Zusätzlich einige Tropfen gutes Speiseöl und 1 Tropfen Vitamin B-Complex.

Überflüssig sind Beigaben von Obst oder Gemüse. Igel sind nun mal keine Pflanzen- sondern Insektenfresser und können Vitamin C selbst im Körper herstellen; es muss nicht zugeführt werden. Igel neigen bei ständig zugeführter, weicher Nahrung zur Bildung von Zahnstein. Daher sollte man mindestens einmal wöchentlich zusätzlich zum normalen Futter einige Katzenbrekkies, noch besser enthäutete, abgekochte Hühnerflügel mit den Knochen anbieten.

Futter und Wasser sollten immer Zimmertemperatur haben (nichts direkt vom Herd oder aus dem Kühlschrank!) und die Schälchen müssen täglich gereinigt werden.

 Und nochmals der Hinweis: Igeln niemals Milch, Essensreste, gewürzte Speisen oder Süßigkeiten geben!